Stand: Nutzungsbedingungen wirksam ab 01.01.2025, KI-Training in der EU seit 27.05.2025
Vertragspartner für EU-Nutzer: Meta Platforms Ireland Limited
Analyse veröffentlicht am
Deine Fotos speisen Profile und seit 2025 auch Metas KI. Widersprechen musst du selbst. Doch die DSGVO und der Digital Services Act geben dir Auskunft, Löschung und Widerspruch als scharfe Werkzeuge in die Hand.
Risiken & Schwächen
KI-Training mit deinen öffentlichen Inhalten
Hohes RisikoSeit dem 27. Mai 2025 trainiert Meta seine KI mit öffentlichen Beiträgen erwachsener EU-Nutzer. Zustimmung gilt automatisch, ein aktiver Widerspruch ist nötig. Der Widerspruch deckt nur deine eigenen Inhalte ab, nicht das, was andere über dich posten.
Profiling für Werbung
Hohes RisikoMeta verknüpft Instagram-Daten mit anderen Konzerndiensten und baut daraus detaillierte Werbeprofile. Die EU-Kommission verhängte am 23. April 2025 ein Bußgeld von 200 Millionen Euro, weil das Zahlen-oder-Zustimmen-Modell keine echte datensparsame Alternative bot.
Konten von Minderjährigen
Hohes RisikoFormal gilt Mindestalter 13. Die irische Datenschutzbehörde verhängte 2022 ein Bußgeld von 405 Millionen Euro gegen Instagram wegen des Umgangs mit Kinderdaten, unter anderem öffentlich sichtbarer Kontaktdaten und einer Public-by-default-Einstellung.
Weite Lizenz an deinen Fotos
MittelMit dem Hochladen erteilst du eine nicht-exklusive, weltweite, gebührenfreie, übertragbare und unterlizenzierbare Lizenz an deinen Inhalten. Instagram wird nicht Eigentümer, kann deine Bilder aber sehr weitreichend nutzen und an Dritte weitergeben.
Kontosperrung mit weitem Ermessen
MittelMeta darf Konten bei angeblichen Verstößen sperren oder löschen, teils ohne Vorwarnung. Die Widerspruchswege sind begrenzt und intransparent, auch wenn der Digital Services Act das inzwischen verbessert.
Einseitige Änderung der Bedingungen
MittelMeta ändert die Nutzungsbedingungen und informiert meist nur per Hinweis. Wer weiter nutzt, stimmt zu. Verhandeln kannst du nicht, faktisch bleibt nur annehmen oder gehen.
Deine Hebel
Schwächen im Vertrag, die dir als Verbraucher in die Karten spielen.
Widerspruch gegen KI-Training und Werbung
Du kannst der Nutzung deiner Inhalte fürs KI-Training über ein In-App-Formular widersprechen, das Meta EU-weit bereitstellen musste (Art. 21 DSGVO). Genauso kannst du personalisierter Werbung widersprechen.
Auskunft und Datenkopie
Du kannst kostenlos erfahren, welche Daten Meta über dich gespeichert hat, und deine Daten über die Download-Funktion exportieren (Art. 15 DSGVO). Meta muss binnen eines Monats antworten.
Löschung deiner Daten
Du kannst dein Konto vollständig löschen, nicht nur deaktivieren, und die Löschung deiner personenbezogenen Daten verlangen (Art. 17 DSGVO), soweit keine Aufbewahrungspflichten entgegenstehen.
Beschwerderechte nach dem DSA
Bei einer Content- oder Kontoentscheidung hast du Anspruch auf eine Begründung, ein internes Beschwerdeverfahren und außergerichtliche Streitbeilegung. Instagram gilt als sehr große Plattform mit verschärften Pflichten.
Anspruch auf eine datensparsame Wahl
Das Bußgeld der EU-Kommission stärkt deinen Anspruch auf eine weniger datenintensive Nutzungsoption. Das Zahlen-oder-Zustimmen-Modell in seiner bisherigen Form gilt als Verstoß gegen den Digital Markets Act.
Quellen
Weitere Analysen
Analyse öffentlich einsehbarer Nutzungsbedingungen. Bildung, keine Rechtsberatung.