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Reise und Unterkunftsvermittlung

Airbnb

Stand: Nutzungsbedingungen für europäische Nutzer in der Fassung vom 05.02.2026, laut der Angabe Letzte Aktualisierung am Kopf der Bedingungen.

Vertragspartner: Airbnb Ireland UC, 25 North Wall Quay, Dublin 1, D01 H104, Irland (laut Anhang 1 für alle übrigen Aktivitäten); für Services und Entdeckungen die Airbnb Beyond Limited unter derselben Anschrift; für die Zahlungsabwicklung die Airbnb Payments Luxembourg S.A.

Analyse veröffentlicht am

Airbnb vermittelt nur: Nach Ziffer 17 ist und wird Airbnb keine Vertragspartei des Vertrags, den du mit dem Gastgeber schließt, und garantiert weder Existenz noch Qualität, Sicherheit, Eignung oder Rechtmäßigkeit eines Inserats. Für dich als deutschen Verbraucher gilt irisches Recht, für die Zahlungen sogar luxemburgisches, wobei günstigeres deutsches Verbraucherrecht laut Ziffer 23 vorgeht. Der größte Kostenfaktor ist die Stornopolitik: Rückerstattungen richten sich nach den Bedingungen des Gastgebers, und Servicegebühren sind laut Ziffer 10 grundsätzlich nicht erstattungsfähig.

Risiken & Schwächen

Airbnb ist nie Partei deiner Buchung

Hohes Risiko

Ziffer 17 formuliert das denkbar deutlich: Wenn Mitglieder eine Buchung vornehmen oder bestätigen, schließen sie direkt miteinander einen Vertrag, und Airbnb ist und wird keine Vertragspartei oder sonstiger Beteiligter an diesem Vertragsverhältnis. Dieselbe Ziffer schließt jede Garantie für Existenz, Qualität, Sicherheit, Eignung oder Rechtmäßigkeit von Inseraten aus, ebenso für die Wahrheit oder Genauigkeit von Inseratsbeschreibungen und Bewertungen. Wenn die Wohnung nicht existiert, nicht wie beschrieben ist oder illegal vermietet wird, ist rechtlich der Gastgeber dein Gegner. Der wohnt oft im Ausland und ist eine Privatperson.

Kein Widerrufsrecht bei Übernachtungen

Hohes Risiko

Bei Verträgen über Beherbergung zu anderen Zwecken als zu Wohnzwecken, für die ein spezifischer Termin oder Zeitraum vorgesehen ist, besteht nach § 312g Absatz 2 Nummer 9 BGB kein gesetzliches Widerrufsrecht. Das ist Gesetz und keine Klausel, wirkt sich bei Airbnb aber besonders hart aus. Ziffer 2.1 der Nutzungsbedingungen stellt entsprechend klar, dass sich der Rückerstattungsbetrag grundsätzlich nach den Stornierungsbedingungen des jeweiligen Gastgebers richtet. Bei der strengen Variante kannst du also praktisch den gesamten Preis verlieren, ohne je eine Nacht dort verbracht zu haben.

Servicegebühren sind grundsätzlich verloren

Hohes Risiko

Ziffer 10 räumt Airbnb das Recht ein, von Gastgebern und Gästen Gebühren für die Berechtigung zur Nutzung der Plattform zu erheben, und schließt mit dem Satz, dass Servicegebühren nicht erstattungsfähig sind, sofern auf der Plattform nichts anderes angegeben wird. Selbst wenn du eine kulante Stornierung erwischst und den Übernachtungspreis zurückbekommst, bleibt die Servicegebühr also bei Airbnb. Ziffer 1.2 nimmt dir zudem beim Währungswechsel den Umrechnungskurs aus der Hand, denn er basiert laut Klausel auf einem von Airbnb festgelegten Kurs. Beides sind stille Aufschläge auf den beworbenen Preis.

Fristlose Sperre auch wegen schlechter Bewertungen

Hohes Risiko

Ziffer 13.2 erlaubt Airbnb, den Vertrag fristlos und ohne Vorankündigung zu kündigen und den Zugang zur Plattform einzustellen, unter anderem bei erheblichen Pflichtverstößen oder wenn dein Konto seit mehr als zwei Jahren inaktiv ist. Ziffer 13.3 zählt weitere Auslöser auf, darunter ausdrücklich, dass du wiederholt schlechte Bewertungen erhalten hast oder Airbnb auf andere Weise Beschwerden über deine Leistung oder dein Verhalten erhält oder davon erfährt. Auch wiederholte Stornierungen bestätigter Buchungen genügen. Ein subjektiver Eindruck fremder Gastgeber kann dir damit den Plattformzugang kosten.

Schadloshaltung im größtmöglichen Umfang

Hohes Risiko

Ziffer 21 verpflichtet dich, Airbnb einschließlich Airbnb Payments und aller verbundenen Unternehmen und deren Mitarbeiter im größtmöglichen rechtlich erlaubten Umfang freizustellen, zu verteidigen, zu entschädigen und schadlos zu halten. Erfasst sind laut Klausel jegliche Ansprüche, Verbindlichkeiten, Schäden, Verluste und Ausgaben einschließlich angemessener Rechts- und Buchhaltungskosten. Ausgelöst wird das unter anderem durch deinen Verstoß gegen die Bedingungen, deine unsachgemäße Nutzung der Plattform sowie durch deinen Aufenthalt in einer Unterkunft. Wer beim Aufenthalt einen Schaden verursacht, kann so auch für Airbnbs Anwaltskosten aufkommen müssen.

Keine Haftung bei einfacher Fahrlässigkeit

Mittel

Ziffer 20.3 stellt knapp fest, dass Airbnb nicht für Schäden haftet, die aus einer Pflichtverletzung aufgrund einfacher Fahrlässigkeit entstehen. Ziffer 20.4 nimmt davon nur die Verletzung wesentlicher Vertragspflichten aus und begrenzt die Haftung dort auf den typischerweise eintretenden vorhersehbaren Schaden. Ein schlicht schlampig geführtes Buchungssystem oder eine fahrlässig falsche Auskunft des Supports führt damit in vielen Fällen zu keinem Ersatzanspruch. Die Beschränkung erstreckt sich nach Ziffer 20.5 zusätzlich auf gesetzliche Vertreter, Angestellte und Erfüllungsgehilfen.

Sehr weite Lizenz an deinen Fotos und Bewertungen

Mittel

Ziffer 9 lässt dich Airbnb eine nicht exklusive, weltweite, lizenzgebührenfreie, unterlizenzierbare und übertragbare Lizenz einräumen. Sie gilt laut Klausel für die gesamte Dauer des Schutzes der lizenzierten Rechte und erlaubt es, deine Inhalte zu speichern, zu kopieren, zu ändern, zu modifizieren, abgeleitete Werke davon zu erstellen, zu verteilen, zu veröffentlichen, zu übertragen, zu streamen und anderweitig in allen bekannten oder bisher unbekannten Medien zu nutzen. Das betrifft deine Reisefotos ebenso wie deine Bewertungstexte. Übertragbar heißt dabei, dass die Rechte an Dritte weiterwandern können.

Irisches Recht, luxemburgisches Zahlungsrecht

Mittel

Ziffer 23 unterstellt die Nutzungsbedingungen irischem Recht. Für die Zahlungsabwicklung ist nach Anhang 1 und den Zahlungsbedingungen die Airbnb Payments Luxembourg S.A. zuständig, dort gilt luxemburgisches Recht. Beide Regelwerke stellen dein günstigeres zwingendes Heimatrecht zwar ausdrücklich voran, in der Praxis musst du dich aber mit drei Konzerngesellschaften in zwei Ländern auseinandersetzen. Welche davon zuständig ist, richtet sich laut Ziffer 22 danach, was dir auf der Plattform für das jeweilige Produkt angezeigt wird.

Bewertungen ohne Prüfung

Gering

Ziffer 8 verlangt zwar, dass deine Bewertung zutreffend sein muss und keine diskriminierenden, beleidigenden oder verleumderischen Formulierungen enthalten darf. Im selben Absatz räumt Airbnb aber ein, dass Bewertungen nicht auf ihre Richtigkeit überprüft werden und unzutreffend oder irreführend sein können. Da die Suchergebnisse nach Ziffer 1.1 unter anderem auf Bewertungen, Beliebtheit sowie Support- und Stornierungshistorie beruhen, entscheidest du auf Basis ungeprüfter Angaben. Airbnb haftet dafür nach Ziffer 17 ausdrücklich nicht.

Deine Hebel

Schwächen im Vertrag, die dir als Verbraucher in die Karten spielen.

Airbnb darf dich nur an deinem Wohnort verklagen

Ziffer 23 lässt dir als Verbraucher die Wahl, Ansprüche entweder vor dem zuständigen Gericht an deinem Wohnsitz oder am Unternehmenssitz von Airbnb in Irland geltend zu machen. Umgekehrt gilt eine strikte Einbahnstraße: Wenn Airbnb seine Rechte gegen dich als Verbraucher durchsetzen will, kann das Unternehmen das laut derselben Klausel nur vor den zuständigen Gerichten an deinem Wohnsitz tun. Ein Prozess in Dublin droht dir also nicht. Nur wer als Unternehmen handelt, unterwirft sich der ausschließlichen Zuständigkeit der irischen Gerichte.

Deutsches Verbraucherrecht schlägt die Rechtswahl

Ziffer 23 stellt ausdrücklich klar, dass zwingende gesetzliche Verbraucherschutzvorschriften deines Wohnsitzlandes gelten, wenn sie für dich vorteilhaftere Regelungen enthalten, unabhängig von der Wahl irischen Rechts. Die Zahlungsbedingungen enthalten dieselbe Zusicherung für luxemburgisches Recht. Praktisch heißt das: Die deutsche AGB-Inhaltskontrolle nach §§ 305 bis 310 BGB greift weiterhin, ebenso die Vorgaben zu Preisangaben und Widerrufsbelehrungen. Eine Klausel, die dich unangemessen benachteiligt, bleibt auch bei irischer Rechtswahl unwirksam.

Keine US-Haftungsobergrenze für Europäer

Die europäische Fassung ersetzt die sonst übliche pauschale Haftungsdeckelung durch die deutsche Systematik. Ziffer 20.1 sieht unbeschränkte Haftung für Schäden aus der Verletzung von Leben, Körper oder Gesundheit vor, fahrlässig wie vorsätzlich, und ebenso für abgegebene Garantien und jede verschuldensunabhängige Haftung. Ziffer 20.2 ergänzt die unbeschränkte Haftung für Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit, Ziffer 20.4 hält die Haftung für wesentliche Vertragspflichten offen. Auch die Schiedsvereinbarung mit Sammelklageverzicht in Ziffer 25 gilt ausdrücklich nur für Mitglieder in den USA, nicht für dich.

Wesentliche Änderungen nur mit deiner Zustimmung

Ziffer 15 verpflichtet Airbnb, dich mindestens dreißig Tage vor dem Inkrafttreten über vorgeschlagene Änderungen zu informieren, per E-Mail oder über eine von dir gewählte Kontaktmethode. Sind die Änderungen wesentlich, muss Airbnb dich ausdrücklich um Zustimmung bitten, eine bloße Zustimmungsfiktion reicht dann nicht. In der Mitteilung muss Airbnb dich zusätzlich über dein Recht informieren, die Änderungen abzulehnen, über die Frist dafür und über dein Kündigungsrecht. Kündigen kannst du nach Ziffer 13.2 ohnehin jederzeit per E-Mail oder durch Löschen des Kontos.

Harte Stornoklauseln sind angreifbar

Stornierungsbedingungen eines Gastgebers sind gegenüber deutschen Verbrauchern Allgemeine Geschäftsbedingungen und unterliegen der Inhaltskontrolle. Das Landgericht Dresden hat mit Urteil vom 18.04.2023, Aktenzeichen 5 O 960/22, eine Klausel für unwirksam erklärt, nach der bei Stornierung, Buchungsänderung oder Nichtanreise ein Betrag in Höhe des Gesamtpreises fällig wird; das Gericht sah darin eine unangemessene Benachteiligung, unter anderem weil ersparte Aufwendungen nicht abgezogen wurden. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, zeigt aber die Richtung. Hinzu kommt, dass Airbnb nach dem Vorgehen der EU-Kommission und der Verbraucherschutzbehörden im CPC-Netzwerk bereits 2018 und 2019 Preisdarstellung und Bedingungen europaweit nachbessern musste.

Airbnb muss dich als Verbraucher an deinem eigenen Wohnsitzgericht verklagen und haftet in der EU-Fassung unbeschränkt bei Vorsatz, grober Fahrlässigkeit und Personenschäden.

Weitere Analysen

Analyse öffentlich einsehbarer Nutzungsbedingungen. Bildung, keine Rechtsberatung.