Stand: LinkedIn Nutzervereinbarung mit Wirkung vom 3. November 2025, LinkedIn Mitgliedschaftsvereinbarung (LSA) vom 3. September 2025
LinkedIn Ireland Unlimited Company, Wilton Plaza, Wilton Place, Dublin 2, Irland. Vertragspartnerin fuer Mitglieder in den sogenannten Designated Countries, das sind die EU-Staaten, der EWR und die Schweiz, gemaess Nutzervereinbarung Abschnitt 1.1. Fuer Mitglieder ausserhalb dieser Laender ist LinkedIn Corporation in den USA die Vertragspartnerin.
Analyse veröffentlicht am
LinkedIn ist das berufliche Netzwerk der Microsoft-Tochter LinkedIn Corporation, in Europa vertreten durch die irische LinkedIn Ireland Unlimited Company. Die Nutzung ist kostenlos, kostenpflichtig sind nur Premium-Abos mit automatischer Verlaengerung. Beim Lesen der Nutzervereinbarung faellt die sehr breite Lizenz an deinen Inhalten auf sowie die zunehmende Nutzung deiner Profildaten fuer das Training von KI-Modellen.
Risiken & Schwächen
Weltweite, unterlizenzierbare Lizenz an deinen Inhalten
Hohes RisikoAbschnitt 3.1 der Nutzervereinbarung raeumt LinkedIn eine 'non-exclusive license to the content and other information you provide' ein, die 'worldwide, transferable and sublicensable' ist und LinkedIn erlaubt, deine Inhalte zu nutzen, zu kopieren, zu veraendern, zu verbreiten und oeffentlich anzuzeigen. Diese Lizenz gilt fuer alles, was du postest, kommentierst oder hochlaedst.
Nutzerdaten fuer KI-Training, Widerspruch nur per Opt-out
Hohes RisikoSeit dem 3. November 2025 nutzt LinkedIn Profildaten wie Abschluesse, Arbeitsverhaeltnisse, gespeicherte Lebenslaeufe, Fotos, Interessen und oeffentliche Beitraege auch fuer EU-, EWR- und Schweizer Mitglieder standardmaessig fuer das Training generativer KI-Modelle. Du musst aktiv in den Datenschutzeinstellungen den Schalter 'Daten zur Verbesserung generativer KI' deaktivieren, sonst gilt deine Zustimmung automatisch als erteilt.
Rekordbussgeld der irischen Datenschutzbehoerde
Hohes RisikoDie irische Datenschutzkommission (DPC) verhaengte am 24. Oktober 2024 ein Bussgeld von 310 Millionen Euro gegen LinkedIn Ireland Unlimited Company. Grund waren nach Angaben der DPC unrechtmaessige Datenverarbeitungen bei verhaltensbasierter Analyse und personalisierter Werbung, unter anderem durch Kombination von Nutzerdaten mit Daten Dritter ohne ausreichende Rechtsgrundlage.
Kontosperrung nach eigenem Ermessen von LinkedIn
MittelAbschnitt 3.4 der Nutzervereinbarung erlaubt LinkedIn, dein Konto einzuschraenken, zu sperren oder zu kuendigen, wenn LinkedIn einen Verstoss gegen die Vereinbarung oder Missbrauch der Dienste annimmt: 'reserves the right to restrict, suspend, or terminate your account if you breach this Contract or the law or are misusing the Services.' Eine vorherige richterliche Pruefung ist dafuer nicht vorgesehen.
Automatische Verlaengerung des Premium-Abos
MittelEin Premium-Abo verlaengert sich automatisch zum naechsten Abrechnungszyklus. Um eine Abbuchung fuer die naechste Periode zu vermeiden, musst du laut LinkedIn Hilfe mindestens einen Tag vor dem naechsten Rechnungsdatum kuendigen, eine Kuendigung kurz vor Fristablauf wird nicht mehr akzeptiert.
Haftung von LinkedIn auf maximal 1000 US-Dollar gedeckelt
MittelAbschnitt 4.2 der Nutzervereinbarung begrenzt die Haftung von LinkedIn und seinen verbundenen Unternehmen der Hoehe nach: 'LinkedIn and its affiliates will not be liable to you in connection with this Contract for any amount that exceeds the total fees paid or payable by you to LinkedIn for the Services during the term of this Contract, if any, or US 1000 dollars.' Nutzt du LinkedIn kostenlos, liegt deine maximale Entschaedigung damit bei rund 1000 US-Dollar, unabhaengig vom tatsaechlichen Schaden.
Deine Hebel
Schwächen im Vertrag, die dir als Verbraucher in die Karten spielen.
Regulatorisch erzwungene Einschraenkung der KI-Datennutzung
Die irische Datenschutzkommission (DPC) erklaerte am 7. November 2025, dass LinkedIn nach ihrer Pruefung sowohl die Art der fuer das KI-Training genutzten Personendaten als auch den Zeitraum, aus dem die Daten stammen, eingeschraenkt hat. Das zeigt, dass aufsichtsbehoerdlicher Druck die urspruenglich sehr weitreichende Datennutzung tatsaechlich eingeschraenkt hat, auch wenn du weiterhin aktiv widersprechen musst.
DSGVO-Bussgeld als Beleg durchsetzbarer Datenschutzrechte
Das Bussgeld von 310 Millionen Euro der irischen DPC vom 24. Oktober 2024 wurde unter anderem wegen Verstoessen gegen die Informationspflichten aus Art. 13 und 14 DSGVO sowie den Grundsatz der Fairness verhaengt. Die Entscheidung zeigt, dass sich Verstoesse gegen deine Datenschutzrechte in der Praxis auch finanziell fuer den Anbieter auswirken koennen.
Kuendigung des Kontos jederzeit moeglich
Du kannst dein LinkedIn-Konto sowie ein Premium-Abo jederzeit ueber die Kontoeinstellungen kuendigen. LinkedIn bietet deutschen Nutzerinnen und Nutzern laut eigener Hilfeseite sogar die Moeglichkeit, ein Premium-Abo ohne vorheriges Einloggen zu kuendigen, was die Huerde fuer eine Kuendigung senkt.
Gesetzliches Recht auf Datenauskunft und Datenuebertragbarkeit
Unabhaengig davon, was die Nutzervereinbarung zur Datennutzung erlaubt, stehen dir nach Art. 15 und Art. 20 DSGVO das Recht auf Auskunft ueber deine gespeicherten Daten und das Recht auf Uebertragung deiner Daten in einem strukturierten Format zu. LinkedIn kann diese gesetzlichen Rechte durch die Nutzervereinbarung nicht einschraenken, du kannst sie ueber die Datenschutzeinstellungen deines Kontos geltend machen.
Quellen
- LinkedIn Nutzervereinbarung
- LinkedIn Mitgliedschaftsvereinbarung (LSA)
- LinkedIn startet KI-Training mit Nutzerdaten, Hinweise zur Widerspruchsmoeglichkeit (LfD Niedersachsen)
- LinkedIn Hilfe: Haeufig gestellte Fragen zur Kuendigung einer Premium-Mitgliedschaft
- LinkedIn Hilfe: Aktualisierung der Nutzervereinbarung und Datenschutzrichtlinie
- DPC Statement on LinkedIn AI Training, 7. November 2025
- DPC Pressemitteilung: Bussgeld gegen LinkedIn Ireland ueber 310 Millionen Euro, 24. Oktober 2024
Weitere Analysen
Analyse öffentlich einsehbarer Nutzungsbedingungen. Bildung, keine Rechtsberatung.