Raus aus dem teuren Online-Coaching
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Fünfstellige Coaching-Verträge, aus denen es angeblich kein Zurück gab. Bis ein altes Gesetz sie zu Fall brachte: Fehlt dem Anbieter eine Zulassung, ist der ganze Vertrag nichtig. Geld zurück, auch wenn du schon dabei warst.
Kennst du diese Werbung? "Werde in 12 Wochen finanziell frei." Ein Mentor, ein Programm, ein Preis von 5.000, 10.000, manchmal 30.000 Euro.
Und wenn du merkst, dass es nichts bringt? "Vertrag ist Vertrag", heißt es dann. Angeblich kein Ausstieg.
Angeblich. Denn hier greift ein Gesetz, das kaum jemand auf dem Schirm hatte.
Das Fernunterrichtsschutzgesetz
Das FernUSG ist von 1976, eigentlich gegen dubiose Fernlehrgänge gedacht. Aber es passt erstaunlich gut auf modernes Online-Coaching.
Fernunterricht liegt vor, wenn zwei Dinge zusammenkommen: Lehrer und Schüler sind räumlich getrennt (also online), und der Lernerfolg wird irgendwie überwacht.
Und die Schwelle für diese "Überwachung" ist niedrig. Es reicht schon, dass du in Calls oder per Mail Fragen stellen kannst, oder dass Übungen kontrolliert werden.
Merkst du, worauf das hinausläuft? Fast jedes Coaching mit Videos plus Live-Calls plus Feedback ist damit rechtlich Fernunterricht.
Warum das den Vertrag killt
Wer Fernunterricht anbietet, braucht eine staatliche Zulassung der ZFU. Die haben die wenigsten Coaching-Anbieter.
Und ohne diese Zulassung ist der Vertrag von Anfang an nichtig (§ 7 FernUSG). Komplett.
Heißt: Du zahlst keine weiteren Raten und bekommst schon Gezahltes zurück. In voller Höhe. Selbst dann, wenn du die Videos und Calls längst genutzt hast.
Der Trick, der nicht mehr funktioniert
Viele Anbieter erklärten ihre Kunden per Vertrag zu "Unternehmern", um den Verbraucherschutz und das Widerrufsrecht auszuhebeln.
Der BGH machte dem am 12. Juni 2025 ein Ende (Az. III ZR 109/24, nach Vorlage des OLG Celle). Das FernUSG schützt eben nicht nur Verbraucher, sondern auch Unternehmer.
Das Beste für Betroffene: Ob eine ZFU-Zulassung existiert, kannst du im ZFU-Register nachschauen. Fehlt sie, folgt die Nichtigkeit allein aus diesem Formfehler, ganz ohne Bewertung des Coaching-Inhalts.
Die Lehre? Auch der teuerste Vertrag mit dem selbstbewusstesten Mentor kann an einem einzigen fehlenden Papier scheitern.
Quellen
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